Künstliche Intelligenz (KI) durchdringt nahezu jeden Bereich der Weltwirtschaft. Doch welche Auswirkungen hat dies auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (ESG)?

Einerseits birgt KI ein enormes Potenzial zur Bewältigung der vielfältigen ESG-Datenherausforderungen, mit denen Investoren konfrontiert sind. Andererseits birgt sie Investitionsrisiken in Bezug auf Datenschutz, Arbeitsrechte sowie Energie- und Wasserverbrauch. Wie reagieren Investoren auf KI?  

Die Auswirkungen von KI auf ESG-Themen sind nur eines der zum Nachdenken anregenden Themen, die wir in unserer globalen ESG-Studie 2024 untersuchen. Diese Studie erfasste die Ansichten von 1.130 institutionellen Anlegern und Intermediären in Europa, dem Nahen Osten, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum[1].

Investoren setzen auf KI, um Herausforderungen im Bereich ESG-Daten zu bewältigen

Zu den Hürden bei der Einführung von ESG-Kriterien zählen laut unserer jährlichen Studie seit Längerem auch Schwierigkeiten mit der Konsistenz und Zuverlässigkeit von ESG-Daten. Künstliche Intelligenz (KI) könnte hier Abhilfe schaffen. Obwohl derzeit nur 10 % der Befragten KI zur Analyse von ESG-Daten einsetzen, plant mehr als die Hälfte dies zukünftig. Das Potenzial von KI zur Verbesserung der ESG-Datenerfassung und -berichterstattung ist eine vielversprechende Entwicklung für Investoren, die ihre ESG-Strategien optimieren möchten.

Bereiche, in denen KI voraussichtlich am meisten zur ESG-Analyse beitragen wird

 

Der Aufstieg der KI birgt neue ESG-Investitionsrisiken

Während KI potenzielle Datenlösungen bietet, birgt sie auch neue ESG-Investitionsrisiken, insbesondere „S“-Risiken.

Sechs von zehn Befragten der Studie sehen die sozialen Auswirkungen von KI als das wichtigste „S“-Thema der nächsten zwölf Monate an. Mehr als zwei Drittel glauben, dass dies wahrscheinlich auch in den nächsten drei Jahren der Fall sein wird. 

Datenschutz und Privatsphäre, die von drei Vierteln der Befragten genannt wurden, gelten als das größte KI-bezogene Investitionsrisiko. Arbeitnehmerrechte und Arbeitsplatzverluste werden als ein weiteres wesentliches soziales Risiko im Zusammenhang mit KI angesehen.

Das transformative Potenzial von KI wird durch einen hohen Stromverbrauch angetrieben. Es überrascht daher nicht, dass mehr als die Hälfte der Befragten den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen von KI als wesentliches ESG-Risiko für Investitionen in den nächsten zwei bis drei Jahren einstufen. Rund ein Viertel der Befragten nennt KI-bedingte Umweltverschmutzung und Elektroschrott als zentrales Risiko.

Unsere globale ESG-Studie beleuchtet wichtige Trends unter Investoren. Angesichts des Aufstiegs der KI war dies eines der untersuchten Themen. Neben den wertvollen Erkenntnissen zu KI-bezogenen Fragestellungen ist vielleicht das, was sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert hat, noch bemerkenswerter: Trotz politischer und rechtlicher Herausforderungen, sich wandelnder Regulierungen und erhöhter geopolitischer Risiken hält die große Mehrheit der befragten Investoren an ihrem Engagement für ESG fest.

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[1] Die Umfrage wurde von CoreData Research im Mai und Juni 2024 online durchgeführt.

Autorin: Jessica Ground, Global Head of ESG Capital Group

Dieser Beitrag wird Ihnen präsentiert von Capital Group, einem geschätzten Bronze-Eventpartner von Building Bridges 2024.