Im März 2026 veranstaltete Building Bridges bei Lombard Odier ein Frühstücks-Masterclass zum Thema „Skalierung von Investitionen in Naturkapital“, ein Pionier im Bereich Naturkapitalinvestitionen, eingeladen David Brand. Im Anschluss an die Veranstaltung sprachen wir mit ihm darüber, warum nachhaltige Landnutzung in den globalen Investitionsströmen weiterhin unterrepräsentiert ist, welche Bedeutung die Kapitalmobilisierung in Schwellenländern hat und welche Rolle Investorenbildung und regulatorische Rahmenbedingungen bei der Skalierung von Naturkapitallösungen spielen.

Als jemand, der jahrzehntelang dazu beigetragen hat, Naturkapital als institutionelle Anlagestrategie zu etablieren: Was hat Sie an Ihrer Erfahrung bei Building Bridges und den dort geführten Gesprächen besonders beeindruckt? Gab es Momente oder praktische Erkenntnisse, die Ihnen in Erinnerung geblieben sind?

Für mich war es besonders interessant, die Schweizer Investmentbranche und ihre Philosophie kennenzulernen. Es war sehr ermutigend zu sehen, dass Nachhaltigkeit hier im Mittelpunkt steht. In vielen Bereichen der Welt hat sich der Fokus von ESG-Kriterien abgewandt, als wäre es etwas Schlechtes. Umso erfreulicher war es zu sehen, dass man hier weiterhin anerkennt, dass langfristige Investitionen systemische Risikenwie Klimawandel, Naturschutz oder auch wirtschaftliche Ungleichheit berücksichtigen müssen.

Wie sehen Sie mit Blick in die Zukunft die Rolle von Plattformen wie Building Bridges, die dazu beitragen, die Natur als wichtiges wirtschaftliches Gut besser anzuerkennen und zu berücksichtigen? Wo sehen Sie die größten Möglichkeiten für positive Auswirkungen?

Ich komme aus dem Landwirtschaftssektor – Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Naturschutz – und realistisch betrachtet wurde in diese Bereiche trotz ihres enormen Potenzials nur sehr wenig investiert. Ich erinnere mich, dass ich vor einigen Jahren die gesamten Mittel zur Bekämpfung des Klimawandels betrachtete und davon lediglich etwa 3 % in die Landnutzung flossen. Dabei muss die Landnutzung etwa ein Viertel der Lösung ausmachen.

Mit Building Bridges steht Ihnen eine Gemeinschaft zur Seite, die Möglichkeiten zur Kapitalanlage in bisher möglicherweise übersehene Lösungen identifizieren kann. Dies ist eine wichtige Aufgabe, wenn Sie beginnen, Natur und Klima als integrierte Lösungen zu betrachten und dieses Thema stärker in der Investorengemeinschaft zu verankern.

Ausgehend von Ihrer Erfahrung in den Bereichen Forstwirtschaft, Naturschutz und Investitionen in Naturkapital: Wo sehen Sie die größten Möglichkeiten für Maßnahmen und Wirkung?

Zunächst gilt es, die grundlegenden Anlageklassen einer nachhaltigen Landnutzung zu verstehen. Dann stellt sich die Frage, wie wir mehr Kapital in Schwellenländer, denn dort befinden sich viele der wichtigsten Biodiversitätsmerkmale und einige der dringlichsten Probleme wie Entwaldung und Landwiederherstellung. Hinzu kommt das übergreifende Thema der regulatorischen Instrumente und Kohlenstoffmärkte: ihre Funktionsweise, Investitionsmöglichkeiten und die effektive Kapitalverwendung in unterschiedlichen regulatorischen Umfeldern. Veranstaltungen wie die Masterclass heute Vormittag sind für Praktiker wertvoll, um ihre Ansätze sowie Fallstricke und gewonnene Erkenntnisse auszutauschen.

Welche Lehren, Strategien oder Ratschläge würden Sie der nächsten Generation von Führungskräften geben, die naturnahe und klimaresistente Anlageportfolios aufbauen wollen?

Betrachten Sie den Bereich, in den Sie investieren möchten, die Art der Vermögenswerte und die damit verbundenen Marktchancen. Entwickeln Sie anschließend eine Anlagestrategie: Worin investieren Sie und wie verwalten Sie diese Vermögenswerte? Danach analysieren Sie, welche Kompetenzen Sie aufbauen müssen. Dieser Prozess ist für nahezu jede Anlagestrategie üblich und der beste Weg, um A) Kapital anzuziehen und B) Ihnen einen klaren Fahrplan für Ihre Ziele zu geben – unabhängig von der Art der angestrebten Investition.

Internationales Kapital folgt demselben Ansatz. Es geht darum, einen Plan zu haben und sich daran zu halten, diszipliniert zu sein. Auch wenn man etwas Neues und Innovatives versucht, muss man die grundlegenden Prinzipien des Investmentmanagements diszipliniert befolgen.

Gibt es Beispiele für Initiativen oder Ansätze, die Sie besonders inspirierend finden, und was können andere Ihrer Meinung nach daraus lernen, wenn sie ihre Wirkung verstärken wollen?

Ich fand den internen Runden Tisch bei Building Bridges 2025 sehr gelungen. Es waren einige namhafte institutionelle Investoren anwesend, und es gab viele gute Diskussionen. Das zeigt, dass die Idee von Naturkapital als investierbare Anlageklasse das theoretische Stadium hinter sich gelassen hat und nun tatsächlich Interesse an realen Investitionen besteht.

Das ist die spannende Chance. Ich weiß, dass ich in den ersten zehn Jahren, in denen ich New Forests leitete, als etwas zu unkonventionell galt. Erst als man erkannte, dass wir tatsächlich hohe Renditen erzielten, begannen andere, unser Konzept nachzuahmen. Und wie man so schön sagt: Das größte Kompliment ist, wenn jemand den eigenen Ansatz kopiert! Mit Building Bridges können Sie genau solche Investoren zusammenbringen und ihnen die Zuversicht geben, dass dies ein erfolgreiches Projekt ist, in das sie ihr Kapital investieren können.


 

Wir bauen Brücken – Erzählreihe

Building Bridges ist mehr als nur eine Veranstaltung – es ist ein Raum für wertvolle Zusammenarbeit, neue Perspektiven und dauerhafte Verbindungen. In unserer Storytelling-Reihe beleuchten wir die persönlichen Erlebnisse, die jede Veranstaltung prägen. Wenn Sie eine Geschichte über Ihre Teilnahme an Building Bridges erzählen möchten – sei es eine wichtige Erkenntnis, ein unvergesslicher Moment oder die Wirkung der geknüpften Kontakte –, freuen wir uns, von Ihnen unter community@buildingbridges.org zu hören.