Naturbasierte Lösungen sind der kosteneffektivste Ansatz, um dem Verlust der Artenvielfalt und der Wüstenbildung entgegenzuwirken. Sie können zudem über ein Drittel der bis 2030 notwendigen Emissionsreduktionen beitragen, um die globale Erwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Dennoch belaufen sich die jährlichen Investitionen in naturbasierte Lösungen derzeit auf lediglich 200 Milliarden US-Dollar – Schätzungen zufolge muss sich dieser Betrag bis 2050 nahezu vervierfachen, um die international vereinbarten Natur- und Klimaziele zu erreichen.

Im Zentrum dieses Wachstums steht der Aufstieg einer zirkulären Bioökonomie – einer naturbasierten Wirtschaft, die nach innovativen, naturschonenden Alternativen zu vielen der Materialien und Geschäftsmodelle sucht, auf die wir uns derzeit verlassen. Auf der Konferenz „Building Bridges 2024“ stellt sich politischen Entscheidungsträgern und Investoren gleichermaßen die Frage: Wie können wir die dringend benötigten Investitionen freisetzen, um die Biodiversität zu fördern und die zirkuläre Bioökonomie aufzubauen?

Der Aufstieg einer zirkulären Bioökonomie

Gesunde Ökosysteme sind unerlässlich, um den Temperaturanstieg einzudämmen. Jedes Jahr absorbieren die Land- und Meeresflächen der Erde mehr als die Hälfte aller vom Menschen verursachten Kohlenstoffemissionen[1]. Trotzdem schädigen unsere wirtschaftlichen Aktivitäten die Natur, zerstören die Fähigkeit vieler Landschaften, Kohlenstoff zu binden, und verwandeln sie stattdessen in riesige neue Emissionsquellen.

Im Zuge des Übergangs zu einer zirkulären Bioökonomie werden wir diese Landschaften wiederherstellen, indem wir neue Werte in der Natur erschließen. Biobasierte Materialien – wie beispielsweise Brettsperrholz anstelle von Konstruktionsbeton und Zellulose anstelle von Stahl – werden einige der heute von uns abgebauten, nicht nachhaltigen Rohstoffe ersetzen. Und die Kreislaufwirtschaft – bei der wir Wiederverwendung, Reparatur und Recycling in den Mittelpunkt stellen – wird Abfall und den Bedarf an neuen Materialien reduzieren und gleichzeitig den Wert innerhalb der Wertschöpfungskette erhalten.

Implementierung naturfreundlicher Lieferketten

Um diesen Wandel in großem Umfang zu erreichen, ist Finanzierung notwendig. Zwar hat die Zahl naturbasierter Investitionsprodukte – wie etwa Zahlungen für Ökosystemleistungen, grüne Anleihen sowie CO₂- und Biodiversitätskompensationen – zugenommen, doch benötigen wir auch neue Produkte, die speziell auf die Lieferketten verschiedener Sektoren zugeschnitten sind.

Ein Beispiel hierfür ist die Schaffung neuer Anreize für die Kohlenstoffbindung („Insetting“), insbesondere in Lebensmittelsystemen, wo regenerative Landwirtschaftstechniken einzigartige Möglichkeiten zur Kohlenstoffbindung bieten. Während herkömmliche CO₂-Zertifikate erworben werden, um Emissionen entlang der Lieferkette auszugleichen, bezeichnet Kohlenstoffbindung („Insetting“) die Kohlenstoffspeicherung innerhalb der Wertschöpfungskette eines Unternehmens, wodurch messbare, greifbare und unmittelbare Emissionsreduktionen erzielt werden.

Regulierungen als Katalysator

Regulierungen – wie die bevorstehende EU-Entwaldungsverordnung – spielen eine Schlüsselrolle bei der Schließung der Investitionslücke im Naturschutz. Trotz Schlagzeilen über eine politische Gegenreaktion bleibt die langfristige Situation unverändert: Angesichts der Notwendigkeit, Lieferketten vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen, üben neue regulatorische Rahmenbedingungen zunehmend Druck auf Unternehmen aus, ihre Auswirkungen auf die Natur zu minimieren.

Für Investoren birgt dies das Potenzial für eine umfassende Neubewertung umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen sowie die Möglichkeit, dass die Nachfrage von Unternehmen das Angebot bald übersteigen könnte.

Der Aufstieg naturbasierter Lösungen eröffnet einen Blick in die Wirtschaft von morgen. Eine zirkuläre, biobasierte Wirtschaft, die im Einklang mit der Natur arbeitet, anstatt sie auszubeuten, schafft neue Lebensgrundlagen durch die Bewirtschaftung und den Erhalt von Ökosystemen, anstatt sie zu zerstören, und erkennt die Natur als das an, was sie wirklich ist – unser größtes Gut.

[1] Biodiversität – unser stärkster natürlicher Schutz gegen den Klimawandel | Vereinte Nationen

Dieser Beitrag wird Ihnen präsentiert von Lombard Odier, einem geschätzten Diamant-Eventpartner von Building Bridges 2024.