Im Vorfeld von Building Bridges 2025 haben wir uns mit Sabine Döbeli und Veronica Bakervon unserem Gründungspartner Swiss Sustainable Finance, um zu erfahren, was seit unserer letzten Veranstaltung mit dem Start des GSG Impact „Swiss National Partner“ passiert ist.


Seit der Einführung der Swiss Platform for Impact Investing (SPII) auf der Building Bridges-Konferenz im letzten Jahr: Wo haben Sie die spannendsten oder überraschendsten Kooperationen erlebt?

Veronica: Es war ein sehr bedeutsamer Moment, die Swiss Platform for Impact Investing (SPII) im Dezember bei Building Bridges offiziell zu starten. Im Jahr zuvor hatten wir eine interne Veranstaltung abgehalten, um die Initiative vorzustellen und andere einzuladen. Es war großartig zu sehen, wie diese Vorarbeit dazu beigetragen hat, bis zum Start weitere Organisationen in den Dialog einzubinden. Es passte perfekt zu BB mit seinem kollaborativen Geist. Seitdem haben wir intensiv an den Grundlagen gearbeitet: Unser Vorstand hat eine Wirkungslogik entwickelt, und wir bereiten die Veröffentlichung der Website und eines vierteljährlichen SPII-Newsletters noch in diesem Monat vor.

Besonders beeindruckt hat mich die Webinarreihe, die wir gemeinsam mit GIIN veranstaltet haben. Jedes Webinar konzentriert sich auf ein spezifisches Thema im Bereich Impact Investing, stellt pro Sitzung eine Ressource oder ein Tool von GIIN vor und beleuchtet dieses ausführlich mit Schweizer Praktikern, die es aktiv einsetzen. Wir haben Themen wie Gesundheitswesen und Klimalösungen behandelt, und die Resonanz war fantastisch.

Ein weiterer wertvoller Aspekt unserer Zusammenarbeit mit GSG Impact ist deren Netzwerk, das uns außerordentlich herzlich aufgenommen hat. Wir planen derzeit gemeinsam eine EU-weite Marktanalyse für Impact Investing. Dies ist ein wichtiger Schritt, um zu verstehen, wie viel Kapital investiert wird und wer die wichtigsten Akteure sind. Parallel dazu leiten SFG und iGravity ein Projekt zur Kartierung des Schweizer Ökosystems. Zu sehen, wie viel bereits unter dem Dach von SPII zusammengekommen ist – weit über den Zuständigkeitsbereich von SSF hinaus –, zeigt dessen Potenzial, als Bindeglied zwischen verschiedenen Akteuren und Initiativen zu fungieren.

Sabine: Ja, wir haben von Anfang an erkannt, dass es einen echten Bedarf gab, die verschiedenen Akteure gezielter zusammenzubringen. Die von Veronica erwähnten Projekte spiegeln diesen Willen wider. Man spürt, wie sich eine Dynamik entwickelt. Die Menschen wollen sich stärker engagieren, über Einzelinitiativen hinausgehen und dazu beitragen, ein stärkeres, besser vernetztes Ökosystem zu gestalten. SPII hat Raum geschaffen, damit dieser Dialog strukturierter und wirkungsvoller wird.

Im Bereich der nachhaltigen Finanzen wird oft über Instrumente und Strategien gesprochen, aber wie wichtig sind Vertrauen und persönliche Beziehungen für den Fortschritt?

Sabine: Das ist absolut unerlässlich. Bei der Zusammenstellung des SPII-Vorstands haben wir bewusst auf ein ausgewogenes Verhältnis der Perspektiven geachtet. Wir haben Akteure aus dem gesamten Ökosystem einbezogen – spezialisierte Vermögensverwalter, Teams für nachhaltige Anlagen, Branchenverbände und Vertreter des öffentlichen Sektors wie SECO. Das war entscheidend, um eine Grundlage für Inklusivität und Offenheit zu schaffen – und gleichzeitig das notwendige Vertrauen aufzubauen. Es spiegelt auch unsere Vision von Impact Investing wider, das verschiedene Anlageklassen umfasst und nicht nur Private Equity oder Private Debt.

Veronica: Da stimme ich vollkommen zu. Eines der Hauptziele von SPII ist es, in diesem nach wie vor fragmentierten Bereich ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen. Wir sehen Unterschiede zwischen Genf und Zürich sowie zwischen verschiedenen Investorentypen. Family Offices verfügen in der Regel über umfassende Expertise, während andere institutionelle Vermögensinhaber möglicherweise noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen. Um diese Unterschiede zu überbrücken, brauchen wir Vertrauen. Ein diverser Vorstand mit einer nachweislich erfolgreichen Bilanz trägt dazu bei, dieses Vertrauen zu stärken – nicht nur in SPII, sondern auch in Impact Investing als wirksames Instrument für Veränderung.

Glauben Sie, dass die Schweiz eine Vorreiterrolle im Bereich nachhaltiger Finanzen einnimmt? Wenn ja, was macht das möglich?

Sabine: Wir analysieren den Schweizer Markt für nachhaltige Anlagen seit über acht Jahren, und die Entwicklung verlief sehr dynamisch. Natürlich gab es vor einigen Jahren einen kleinen Rückschlag, aber ich denke, das hat zu einer gesunden Selbstreflexion geführt und uns geholfen, voranzukommen – die Daten der diesjährigen Marktstudie zeigen eine deutliche Trendwende.

Wenn mir diese Frage gestellt wird, antworte ich immer: Es kommt darauf an, wie man Führung definiert. Im Bereich der Produktentwicklung waren Schweizer Vermögensverwalter unglaublich innovativ. Viele weltweit bedeutende Angebote haben hier ihren Ursprung. Ein Beispiel ist der erste Impact-Fonds für Privatanleger. Während der ersten Building Bridges-Konferenz veröffentlichten wir einen Bericht, der alle in der Schweiz entwickelten, globalen Pionierleistungen im Bereich nachhaltiger Finanzen auflistete.

Regulatorisch verfolgen wir in der Schweiz einen prinzipienbasierten Ansatz, der Vor- und Nachteile mit sich bringt. Gerade jetzt, wo die EU bestimmte Maßnahmen zurückfährt, könnte sich das Schweizer Modell als widerstandsfähiger erweisen. Und in einigen Bereichen, wie etwa bei Natur- und Klimarisiken, sind wir tatsächlich führend. Die FINMA war weltweit die erste Aufsichtsbehörde, die Finanzinstitute verpflichtete, diese Risiken zu berücksichtigen.

Allerdings sind wir auf der Nachfrageseite, insbesondere von institutionellen Anlegern, noch nicht führend. Unser Pensionsfondsmarkt ist stark fragmentiert und von vielen kleinen Anbietern geprägt, anders als in Ländern mit großen zentralisierten Fonds. Das erschwert die intensive Auseinandersetzung mit komplexen Themen wie Impact Investing.

Veronica: Wir haben ein stetiges Wachstum bei allen nachhaltigen Anlageansätzen beobachtet, einschließlich Impact Investing. Impact Investing ist jedoch nach wie vor nur ein kleiner Teil des Gesamtbildes. Das liegt unter anderem daran, dass es mehr erfordert: Klarheit über die Zielsetzung, strenge Messmethoden und ein langfristiges Engagement. Ich sehe Wachstumspotenzial für die Schweiz im Bereich der Skalierung, sowohl hinsichtlich größerer Investitionsvolumina als auch der Ausweitung der Impact-Strategien auf weitere Anlageklassen.

In den Medien wurde viel über eine Gegenreaktion auf ESG-Kriterien diskutiert. Sehen Sie das in den Zahlen widergespiegelt?

Veronica: Ja, es gibt mediale Diskussionen um die Kritik an ESG-Kriterien, aber wenn wir mit unseren Mitgliedern sprechen, sagen die meisten, dass sie keinen großen Rückgang des Interesses festgestellt haben. Es besteht weiterhin Nachfrage nach glaubwürdigen und qualitativ hochwertigen Impact-Investments. Gerade bei Impact-Investments sind die Anlegertypen, die sich dafür interessieren, in der Regel langfristig orientiert. Sie werden von Überzeugung angetrieben – von persönlichem Glauben und den nachgewiesenen Ergebnissen. Diese Produkte liefern, was sie versprechen, und lassen sich dies durch solide Messmethoden belegen. Das hilft diesem Marktsegment, der Kritik zu widerstehen.

Sabine: Genau. Aus Datensicht berechnen wir Marktanteile ausschließlich auf Basis von Fonds, für die uns verlässliche Informationen vorliegen: Die Hälfte aller in der Schweiz verwalteten Fonds verfolgt einen oder mehrere nachhaltige Anlageansätze. Nachhaltiges Investieren ist damit schon seit Längerem im Mainstream angekommen, was jedoch nicht immer die Qualität der Umsetzung widerspiegelt. Impact Investing hingegen ist noch relativ neu. Es ist noch nicht weit verbreitet, gewinnt aber an Aufmerksamkeit, und die Diskussionen darüber werden immer differenzierter.

Was erhoffen Sie sich von Building Bridges in diesem Jahr, und wie hängt das mit Ihrer Arbeit bei SPII zusammen?

Veronica: Für mich persönlich ist Building Bridges jedes Jahr eine der Veranstaltungen, auf die ich mich am meisten freue. Es ist nicht nur ein willkommener Anlass, Genf zu besuchen, sondern auch eine seltene Gelegenheit, so viele Menschen persönlich zu treffen, mit denen wir sonst nur online in Kontakt stehen. Die Fülle an Erkenntnissen und der intensive Austausch, die in nur wenigen Tagen stattfinden, sind wirklich etwas Besonderes.

Das SPII ist Partner der CFA Society Switzerland, die einen Workshop für Vermögensinhaber veranstaltet.Unsere Vorsitzende, Rosa Sangiorgio, wird an der Podiumsdiskussion teilnehmen. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Impact Investing ist und was nicht. Diese Klarheit ist entscheidend für Vertrauensbildung und Marktwachstum, und ich freue mich sehr auf die Diskussion.

Sabine: Dieses Jahr veranstaltet SSF gemeinsam mit dem WWF ein Event zum Thema nachhaltige Immobilien. Immobilien sind eine wichtige Anlageklasse, insbesondere für Eigentümer. Sie können ein entscheidender Hebel sein, um Klima- und Naturschutzziele zu erreichen. Wir freuen uns auch sehr auf unsere Session zu Kohlenstoffmärkten mit der ZCMA. Dieses Feld gewinnt in der Finanzwelt gerade wieder an Bedeutung, und wir sind überzeugt, dass es großes Potenzial hat, seine Rolle und Glaubwürdigkeit zu stärken. Auch für mich ist Building Bridges ein echtes Highlight. Es bringt eine dynamische und engagierte Community zusammen. Es ist inspirierend, sich mit Menschen auszutauschen, mit denen wir bereits zusammenarbeiten – und neue Stimmen kennenzulernen, die die Diskussion mitgestalten. Ich nehme jedes Mal neue Ideen und frische Motivation mit nach Hause.

Wir bauen Brücken – Erzählreihe

Building Bridges ist mehr als nur eine Veranstaltung – es ist ein Raum für wertvolle Zusammenarbeit, neue Perspektiven und dauerhafte Verbindungen. In unserer Storytelling-Reihe beleuchten wir die persönlichen Erlebnisse, die jede Veranstaltung prägen. Wenn Sie eine Geschichte über Ihre Teilnahme an Building Bridges erzählen möchten – sei es eine wichtige Erkenntnis, ein unvergesslicher Moment oder die Wirkung der geknüpften Kontakte – freuen wir uns, von Ihnen zu hören!

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