Jenseits der Rhetorik: Impact Investing im Blick behalten
Zum Auftakt des Monats September veranstaltete Building Bridges ein Webinar zu den wichtigsten Nachhaltigkeitstrends des Herbstes mit führenden Experten wie Élodie Feller, Global Policy Lead bei UNEP FI, Alex Bernhardt, Global Head of Sustainability Research bei BNP Paribas Asset Management, und Vincent Kaufmann, CEO der Ethos Foundation.
Obwohl die Verpflichtungen zur Klimaneutralität stetig zunehmen, werden die entsprechenden Kontrollmechanismen nicht immer angewendet. Frau Feller betonte, dass neue Instrumente bereitgestellt werden, um sicherzustellen, dass die Finanzbranche die tatsächlichen Auswirkungen von Anlagestrategien und deren Fähigkeit, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, effektiv überwachen kann. Die hochrangige Gruppe des UN-Generalsekretärs wird Empfehlungen zu Klimaneutralitätsverpflichtungen für nichtstaatliche Akteure veröffentlichen. Diese sollen nicht nur den Finanzsektor unterstützen, sondern auch politische Entscheidungsträger beraten und ihnen helfen, günstige Rahmenbedingungen für nachhaltige Finanzpraktiken und Impact Investing zu schaffen.
Obwohl Frau Feller einräumte, dass viele Akteure des Finanzsektors leider nur reden und nicht handeln, wies sie darauf hin, dass die Finanzvorschriften im Hinblick auf Transparenz dennoch an Fahrt gewinnen und dazu beitragen, dass freiwillige Offenlegungsmechanismen zur Norm werden.
Herr Kaufmann betonte die entscheidende Rolle von Daten für das Erreichen der UN-Nachhaltigkeitsziele. Er merkte an: „Je zuverlässiger die Daten sind, die wir erheben können, desto besser können wir sie in unsere Entscheidungsprozesse integrieren und wirklich nachhaltige Investitionspraktiken gewährleisten.“ Herr Bernhardt wies als Praktiker darauf hin, dass Daten dazu beitragen können, die derzeit in der Branche herrschende Verwirrung und Unsicherheit abzubauen und die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Investitionsstrategien zu bewerten.
Für ihn verdeutlichen transparentere, freiwillige Offenlegungsmechanismen und leicht zugängliche Daten den Trend hin zu Impact Investing in der Branche. Herr Bernhardt hob zudem die zunehmende Integration von Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards (ESG) hervor, die branchenweit umgesetzt werden. Dies wird durch die wachsende Zahl von Investoren, die sich den UN-Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren (PRI) verpflichtet haben, und durch den Wert der nach diesen Prinzipien verwalteten Vermögenswerte – mittlerweile über 100 Billionen US-Dollar – untermauert. Er betonte außerdem, dass dies genau den Forderungen der Verbraucher entspreche und einen wichtigen Schritt hin zu Impact Investing darstelle.
Die Diskussionsteilnehmer erörterten auch die im Sommer verabschiedete europäische Öko-Taxonomie zur Identifizierung erneuerbarer Energien, in die Vermögensverwalter investieren sollten, um zur Energiewende beizutragen. Obwohl Herr Kaufmann anmerkte, dass die Europäische Union mit der Einbeziehung der Gas- und Kernenergiebranche ein falsches Signal gesendet habe, ist er dennoch der Ansicht, dass die Taxonomie eine wichtige Grundlage für Unternehmen darstellt, ihre Öko-Umsätze offenzulegen, da klare Standards etabliert wurden. Dies ermöglicht die Verwendung gemeinsamer und vergleichbarer Leistungskennzahlen, vereinfacht den Offenlegungsprozess und trägt dazu bei, Greenwashing einzudämmen.
Trotz der aktuellen Volatilität an den Finanzmärkten infolge des Ukraine-Krieges betonten die Diskussionsteilnehmer, dass der Trend zu Nachhaltigkeit und Impact Investing unaufhaltsam sei. Herr Bernhardt hob jedoch hervor, dass einige Länder aufgrund von Versorgungsengpässen wieder verstärkt auf fossile Energieträger zurückgreifen. Er unterstrich, dass eine der wichtigsten Lösungen darin bestehe, die Investitionen in erneuerbare Energien und kohlenstoffarme Technologien zu erhöhen, da diese langfristig tendenziell deflationär wirken, um den Klimawandel zu bekämpfen und die nationale Sicherheit zu stärken.