Marie-Laure Schaufelberger ist eine Schlüsselfigur im Bereich nachhaltige Finanzen. Die Leiterin der Nachhaltigkeitsabteilung der Pictet-Gruppe, die in den vergangenen drei Jahren auch als Präsidentin von Sustainable Finance Geneva und als stellvertretende Vorsitzende des jährlichen Building Bridges Summit fungierte, ist eine überzeugte Persönlichkeit, deren Werte ihr Arbeitgeber seit ihrem Eintritt in die Bank stets gefördert hat.

Nachdem sie Erfahrung im Bereich Corporate Sustainability und als Produktspezialistin für thematische Anlagestrategien bei Pictet gesammelt hatte, unterbreitete sie 2018 den Managing Partnern den Vorschlag, eine Position für Nachhaltigkeitsleitung im Konzern zu schaffen. „Wir hatten bereits gut positionierte Produkte im Asset Management, mussten aber auch an die Vermögensverwaltung für Privatkunden denken und eine echte Nachhaltigkeitskultur entwickeln, die fest in unserer DNA und unserem Geschäftsmodell verankert ist.“ Ihre Argumente überzeugten.

Fünf

Jahre nach der Einrichtung ihrer Position leitet sie nun das neu geschaffene Group Sustainability Office von Pictet und berichtet in einer strategischen, funktionsübergreifenden Rolle direkt an die Managing Partner.

Schaufelbergers Team analysiert den ökologischen und sozialen Fußabdruck von Pictet, der hauptsächlich aus den im Auftrag von Kunden verwalteten Anlagen resultiert. Dazu gehört die Analyse der Auswirkungen des Aktionärsdialogs und der Kundenmandate. „Es sollen verantwortungsvolle, glaubwürdige und solide Produkte und Lösungen entstehen“, fügt sie hinzu. „Leistungskennzahlen werden zur Messung herangezogen.“

Neben ESG-Kriterien

liegt der Fokus nachhaltiger Produkte primär auf ökologischen und sozialen Auswirkungen. Sie konzentrieren sich auf Alternativen zu fossilen Brennstoffen, aber auch auf regenerative Energien. Letztere „beinhaltet Investitionen in Unternehmen, die Naturflächen wiederherstellen und den Boden regenerieren“.

In den Anfängen der nachhaltigen Finanzierung beschränkte sich der ESG-Gedanke auf die Steuerung der Auswirkungen von Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren auf das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios. Heute geht es darum, neben finanziellen Erträgen auch einen echten Beitrag zu leisten. In einigen Sektoren ist es möglich, den Markt durch Impact Investing zu übertreffen, dies erfordert jedoch eine fundamentale Analyse und eine sorgfältige Aktienauswahl.

„Unternehmen mit positiver Wirkung machen heute nur einen Bruchteil des Marktes aus“, sagt Schaufelberger. „Entscheidend ist daher, Unternehmen zu identifizieren, die sich im Übergang zu nachhaltigeren Geschäftsmodellen befinden. Dies kann den Wechsel von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien umfassen, sowie alle Unternehmen, die von degenerativen zu regenerativen Prozessen wechseln.“

Dieses Anlageuniversum erstreckt sich von börsennotierten Vermögenswerten über Private Equity bis hin zu Immobilien. Letztere sind energieintensiv und müssen den Übergang zu deutlich energieeffizienteren Standards vollziehen, was mit einer entsprechenden Neubewertung einhergeht. „Große institutionelle Kunden sind die größten Immobilieneigentümer, daher steht für unsere Pensionsfonds viel auf dem Spiel.“

„Europäische Regulierungen haben maßgeblich zur Angleichung von Standards und zur Förderung von Transparenz und Endkundenschutz beigetragen“, so Schaufelberger. „Wenn die Regulierung jedoch zu präskriptiv und nicht anreizbasiert wird, besteht die Gefahr, dass lediglich formale Anforderungen erfüllt werden, anstatt Kapital in Lösungen umzuleiten, die positive Auswirkungen haben und den Wandel unterstützen. Was für die Regulierung gilt, gilt auch für die Rahmenbedingungen und die Entwicklung neuer Anlageinstrumente sowie das Management systemischer Risiken. Wir brauchen einen deutlich intensiveren und nachhaltigeren Dialog zwischen Regierungen, Zivilgesellschaft und Wirtschaftsakteuren in Form von öffentlich-privaten Partnerschaften.“

Adaptiert aus dem Artikel von Myret Zaki, ursprünglich auf Französisch in Bilan.

Autorin: Marie-Laure Schaufelberger, Leiterin Nachhaltigkeit, Pictet-Gruppe

Dieser Beitrag wird Ihnen präsentiert von der Pictet Group, einem geschätzten Diamant-Eventpartner von Building Bridges 2024.